Letzten Freitag fand die 10. M.A.A.S.-Partie statt, die sich spannend gestaltete, aber auch bis weit nach Mitternacht hinzog.
Die Rollenverteilung:
Friedrich: Gneisenau (Alex)
Elisabeth: -toni- (ich)
Maria Theresia: Yorck von Staaken
Pompadour: Langer81
Eröffnung
Wie von Alex erwartet, zog ich mit drei russischen Generälen gen Westen, während Apraxin Rastenburg und Königsberg eroberte. Lehwaldt marschierte schnurstracks nach Soldau um von dort mit seinen vier Armeen in Kreuz Riesenburg und Ortelsburg zu decken. Leider bekam die Zarin in den ersten Runden gar kein Kreuz! Und doch war die Gelegenheit gegeben, Dohna in Runde zwei mit großer Armeenübermacht (Saltikov und Fermor) anzugreifen. Ich überlegte hin und her, ob ich dieses Risiko eingehen sollte. Ich hatte ja auch keine Reserve! Letztlich tat ich es doch. Preußen spielte auf Null, also endete der Kampf unentschieden. In seinem darauf folgenden Zug, ließ Alex Dohna vor meinen Generälen stehen, besann sich dann aber im Kampf doch auf einen sofortigen Rückzug. Ich bluffte dabei damit, dass ich eine Reserve hätte, und sie natürlich spielen würde, falls Dohna versuchte Saltikov und Fermor wegzublasen. Alex stieg auf den Bluff ein, obwohl er hätte wissen müssen, dass ich keine Reserve haben konnte, da er beide Reserven aus dem ersten TK-Stapel bekommen hatte. Wir waren Anfang der dritten Runde, also hatte ich noch keine Karten vom zweiten Stapel bekommen. So konnte ich den Bluff sogar in meinem nächsten Zug aufrechterhalten - noch immer hatte ich kein Kreuz bekommen. Wieder spielte Preußen auf Null, wieder Unentschieden. Alex war gar nicht glücklich über diese Situation .
Ehrensvärd konnte derweil unbehelligt seine westlichen Zielstädte einnehmen, wurde dann aber auf dem Weg nach Stettin von Heinrich ausgebremst.
Gegen Österreich bot Alex Friedrich, Seydlitz, Keith und Schwerin auf und wartete auf die Entscheidung Yorcks, in welche Richtung sich die weißen Truppen bewegen würden. Ab etwa Runde drei war klar, dass Österreich sein Hauptaugenmerk zunächst auf Schlesien legte. Also zog Seydlitz auch nach Schlesien und unterstützte Schwerin und Keith. Friedrich behinderte derweil den Vormarsch der Reichsarmee und zog weiter nach Westsachsen. Hildi war zunächst etwas hin- und hergerissen und konnte nur die südlichen Zielstädte erobern.
Winterfeldt marschierte entschlossen in den Piksektor um Göttingen um so Frankreich ein wenig aufzuhalten. Cumberland suchte zunächst seinen Schutz um dann über Sachsen südöstlich von Kassel wieder aufzutauchen und von dort die französischen Eroberungen zu bedrohen. Ferdinand bewegte sich derweil immer weiter nach Osten bis nach Lüchow, von wo aus er Wittingen und Hannover zu decken gedachte. Richelieu und Chevert marschierten weiter auf ihn zu.
Die ersten Schicksalskarten
Nun wurde Kammin für Dohna immer heißer. Auch eine Deckung von Karo aus kam für Preußen nicht groß in Frage, da es kaum Karo gezogen hatte. Auch in Herz kam es kaum zu Kämpfen, da sich Preußen nun darauf vorbereitete mit Herz gegen Frankreich zu verteidigen. Heinrich flog sofort vom Platz als er von Tottleben in Pik angegriffen wurde. Zuvor hatte Heinrich einen Karokampf gegen Schweden gewonnen. Dohna zog sich gleich zurück als es darum ging in Greifenhagen einen Angriff von Saltikov in Pyritz abzuwehren.
Dohna bezog nun wieder in Kreuz Stellung. Derweil konnte Russland alle Zielstädte in der Neumark erobern. Schließlich blieb noch Stargard als letzte Zielstadt im Westen. Dohna marschierte nun über Woldenburg nach Polen, wo er durch den Tross in Polen unterstützt wurde. Ich ließ ihm aber den Rückweg in den Kreuzsektor offen. Das hatte zwar den Nachteil, dass Dohna wieder näher an Stargard heranrücken konnte und auch Schwedens aufhalten konnte, jedoch hatte es auch den Vorteil, dass sich Preußen weiter in Kreuz gegen eine Armeenübermacht erwehren musste. Russland hatte weiterhin sehr wenig Kreuz.
Ehrensvärd konnte derweil wieder ins Spiel gelangen und trachtete nun danach alle Zielstädte erster Ordnung zu erobern. Alex beschwerte sich zwar zunächst, dass Österreich Heinrich in Krossen, südlich von Küstrin, schlug, schickte danach aber Heinrich sowieso in Richtung Malchin, um einen Schwedensieg bei Ausscheiden Russlands zu verhindern.
Yorck zog mit einem General nach Sachsen, um Druck auf Friedrich zu machen. Dieser zog sich aber sofort in Richtung Halle zurück und überließ Radeberg und Kamenz den Österreichern kampflos. Nach und nach konnte Yorck nun viele Zielstädte erobern. Nur im Raum um Breslau wurde es schwierig. Hier hatte Preußen seine Verteidigung mit Schwerin und Seydlitz aufgestellt, während Keith einen Schwenk durch Polen vollzog um wieder hinter Lublinitz aufzutauchen. Yorck traute sich nicht so recht in Pik zu kämpfen, da er kaum Pik bekommen hatte. Österreich baute einige komplizierte Stellungen auf, aber es kam vorerst nicht zum Kampf.
Schließlich wurde die erste Schicksalskarte gezogen: "Indien"! So um diese Zeit begann Österreich mit zaghaften Angriffen auf Breslau. Preußen hatte zuerst kaum eine Armeenunterlegenheit und zog sich gleich zurück. Keith preschte im Osten etwas zu weit vor und wurde auch gleich angegriffen, worauf er vom Brett ging.
Hildi konnte nun Meißen, Dresden und Pirna erobern, während Friedrich sich mit Winterfeldt südlich von Magdeburg vereinte und Armeen austauschte. Danach machte Preußens Nummer 2 wieder Druck in Ostsachsen, während Cumberland sich weiterhin zwischen Kassel und Naumburg aufhielt. Soubise ritt nun auf Diepholz nach dem Chevert und Richelieu Ferdinand in Lüchow geschlagen hatten. Ferdinand versuchte weiterhin von Gardelegen und Schnackenberg mit seinem erheblichen Kreuz Wittingen zu decken. Schließlich wurde Ferdinand von Soubise und Richelieu auf Schnackenberg eingekesselt und flog vom Brett. Chevert zog nach Süden um Cumberland an Rückeroberungen zu hindern.
Die entscheidenden Schicksalskarten
Ende der Runde 9 wurden "Gedichte" gezogen.
Preußen kam in Kammin weiter ins Schwitzen - ich aber auch. Einerseits wollte ich mit Schweden die Zielstädte erster Ordnung erobern, andererseits sollte Ehrensvärd seine guten Kreuzkarten gegen Preußen einsetzen. Zudem wollte ich ein Durchdringen Dohnas bis nach Gollnow (Karo) verhindern. Also kam es zu einigen komplizierten Stellungen, die vor allem Alex viel Denkzeit kosteten.
Ich entschied mich Schwedens Kreuz ins Spiel zu bringen, da Malchin sowieso durch Heinrich gefährdet war. Dohna zog sich baldmöglichst zurück. Eine Runde darauf hatte Russland auch Stargard erobert und es blieben nur noch die zwei südlichen Zielstädte in Ostpreußen. Leider hatte ich es versäumt schon in dieser Runde Saltikov unversorgt zu lassen. So dauerte es also eine Runde länger, bis ich Saltikov mit seinen acht Armeen verhungern lassen konnte, um ihn danach in Sierpc wieder neu einzusetzen. Apraxin machte einen halbherzigen Versuch Lehwaldt anzugreifen, zog sich aber gleich wieder zurück, da ich noch keine Chancen sah, Preußen in Kreuz zu besiegen.
Leider wurden meine Pläne durch die Schicksalskarten vereitelt. In Runde 10 schloss Schweden Frieden mit Preußen, und schon in Runde 12 starb die Zarin! Letztlich hätte aber mein Kreuz nicht gegen das Preußens gereicht.
Österreich versuchte während dieser Runden aggressiver gegen Preußen bei Breslau vorzugehen. Nach Russlands Ausscheiden kam es zu erheblichen Kreuzkämpfen um Haynau. Yorck schaffte es auch sein Kreuz gegen Preußens Pik einzusetzen. Preußen blieben danach nur noch Liegnitz und Breslau. Keith versuchte wieder über Polen in Deckungsreichweite von Breslau zu gelangen.
Hildi machte derweil keine großen Fortschritte und wechselte schließlich in meine Hand.
Langer81 mühte sich mit den hannoverschen Generälen. Diese banden zwei französischen Generäle, Cumberland Chevert im Südosten und der neu eingesetzte Ferdinand Soubise im Nordwesten. Ferdinand konnte sogar einen französischen Tross schlagen, der sich zu weit nach Norden verirrt hatte. Chevert bekam Cumberland in Westsachsen nicht zu fassen, während Ferdinand sich gegen Soubise immer zurückzog und dann wieder auf sieben Armeen aufstockte, um in der nächsten Runde gleich wieder mit -1 zurückzuweichen. Richelieu begab sich nun in Richtung Magdeburg und konnte Halberstadt ohne Probleme erobern.
Preußen behält die Kontrolle
In Runde 14 folgte mit "Lord Bute" die zweite Subsidienkürzung für Preußen. Österreich erhöhte nun den Druck und konnte Liegnitz leicht erobern. Es kam zu einer entscheidenden Einkesselung von Seydlitz und Schwerin in Steinau. Yorck greift zuerst mit Pik an, spielt sich blank und muss sich zurückziehen. Beim Kampf gegen Kreuz zieht sich Preußen sofort zurück. Der Kessel ist also aufgesprengt.
Im Zuge dessen gelingt es Winterfeldt Radeberg zurückzuerobern. Österreich schickt einen General, der die Sache auch gleich wieder bereinigt. Preußen gibt meist sein weniges Karo für neue Armeen aus. Winterfeldt fliegt vom Brett. Bei Breslau sieht die Lage dagegen nicht so prickelnd aus. Zwar kann Keith durch Umzingelung auf Kreuzburg abermals vom Brett gefegt werden, jedoch hat sich die Lage in Pik nicht gebessert. Gegen Spielende treibt Österreich zwar die Preußen nördlich von Breslau weg (Alex zieht sich immer mit seinen kleinen TKs sofort zurück), kann aber Seydlitz und Schwerin nicht entscheidend davon abhalten, Breslau zu decken.
Kurz nachdem ich die Reichsarmee übernahm, setzte ich mit Hildi alles auf eine Karte. Mir blieb auch nicht viel mehr übrig. Mein Tross steckte in Südsachsen fest und wurde vom hannoverschen Tross geblockt, so dass er nicht die von Winterfeldt bedrohten Städte Dresden und Pirna decken konnte. Außerdem rückte Cumberland von Südosten auf Leipzig zu - und dem wollte ich mich nun gar nicht stellen. Also bedrohte ich den preußischen Tross in Nordsachsen, nahm Torgau ein und rückte auf Leipzig vor. Zu diesem Zeitpunkt hatte Frankreich noch kaum gegen Preußen gekämpft. Hildi nahm all seinen Mut zusammen und griff den König an. Mit seiner Herz 13 und gesammelten 3 (in Worten: drei!) Reserven versuchte ich alles um Leipzig noch zu erobern - es gelang mir aber nicht.
Danach konnte Hildi unbehelligt wieder in Richtung Dresden ziehen um dort im Zuge der erneuten österreichischen Aktivitäten zu erobern. Dazu kam es aber nicht mehr.
Langer81 tat sich schwer mit Kämpfen gegen Preußen. Alex stockte Friedrich immer wieder auf 7 Armeen auf, so dass dieser sich gegen Richelieu gleich zurückziehen konnte. Das war schon frustrierend. Chevert kam von Süden her auch nicht so richtig ins Spiel - den Cumberland bekam er noch nicht zu fassen. Schließlich konnte Ferdinand gar noch Frankreichs nördlichen Tross in Hildesheim schlagen. Da der andere Tross nach dessen Verlust noch sehr weit südlich war, blieb Richelieu unversorgt und musste vom Brett. Chevert konnte dann zwar noch Cumberland schlagen, jedoch war Magdeburg für Frankreich nicht mehr zu holen. In Runde 20 wurde "Amerika" gezogen.
Fazit/Analyse/Manöverkritik:
Alex hätte in einem WM-Spiel wieder verloren, da er die Zeit erheblich überschritten hatte. Alex der Denker . Wir einigten uns vor dem Spiel darauf, dass eine Partei, die überzieht, nur noch 3 Minuten für jede weitere Runde zur Verfügung hat. Ab Runde 16 mussten wir diese Regel für Preußen und Hannover anwenden. Dabei blieben die Armeenkäufe sogar noch außen vor. Aber immerhin sputete sich Alex nun. Wir werden diese Regelung beibehalten, und hoffentlich noch verschärfen, so dass die Käufe auch während der 3 Minuten stattfinden müssen. (Ich habe mal geschaut - in dem zugehörigen Thread habe ich sogar eine Limitierung auf 2 Minuten vorgeschlagen.)
Dass drei der vier Schicksalsschläge gegen die Alliierten innerhalb der ersten sieben Karten erfolgten war natürlich ein wenig Pech. Aber auch Preußens Subsidienkürzungen kam rech früh. Es war auch günstig für Preußen, dass Russland und Österreich jeweils genau von den Farben (Kreuz bzw. Pik) am wenigsten hatten, in denen sich Preußen gegen sie verteidigte. Dafür bekam Preußen oft TKs von geringem Wert.
Insgesamt hätten wir Alliierte aber mehr Druck ausüben können. Ich habe mit Russland etwa zwei Runden vertändelt. Yorck hätte vielleicht intensiver mit seinem Kreuz Preußens Pik ziehen sollen. Und Langer81 hätte in der zweiten Hälfte des Spiels mehr Druck auf Friedrich entwickeln können. Aber nicht so schlimm - es war ein spannendes Spiel, in dem fast alle Nationen mal kurz vorm Sieg standen. Alex hat somit sein erstes Spiel in unserer Runde gewonnen. Gegönnt sei es ihm !
Ergänzungen, Korrekturen, Kommentare, Fragen sind immer willkommen.
Statistisches:
Dauer: 20 Runden, ca. 6,5 Stunden brutto
Preußen: 12 Punkte
Russland: 8 Zielstädte = 8 Punkte
Schweden: 6 von 10 Zielstädten = 6 Punkte
Österreich: 11 von 12 Zielstädten = 9,167 Punkte
Hildi (geführt von Elisabeth): 3 von 5 Zielstädten = 6 Punkte
Frankreich: 9 Zielstädte = 9 Punkte
Alex der Denker hatte wie schon vor drei Wochen mit Preußen 24 Minuten überzogen, die Alliierten hatten sich ihre Zeit gut eingeteilt und hatten noch 18 Minuten übrig (Anfangszeit = 150 Minuten).
Noch 3,5 Monate bis zur 2. Friedrich WM! 
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