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-toni-
Ein Großer Friedrich




Beiträge: 470

Preußens Melancholie Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Spielbericht vom 31. März 2007 20.30 Uhr (großes Friedrichwochenende)

Die Rollenverteilung:
Friedrich: -toni- (ich)
Elisabeth: Gneisenau (Alex)
Maria Theresia: Langer81
Pompadour: Yorck von Staaken

Da die vorhergehende Partie so kurz war, spielten wir gleich noch eine hinterher, die sich durch mein langes Nachdenken ganz schön hinzog. So bekamen wir vor der nächsten Partie am Sonntag nicht viel Schlaf smile. Ich wusste, dass ich lange nachdachte. Umso erstaunlicher war es für mich, dass die beiden Zeiger für die Zeiten der Preußen und Alliierten gleichauf waren! Jedoch überhörte ich eine Bemerkung von Yorck bezüglich einer Überrundung, so dass ich annahm, ich wäre mit der Alliiertenzeit gleichauf. Zehn Minuten vor Ablauf meiner Zeit war ich dann überrascht, dass ich eine Stunde hinten lag geschockt! Glücklicherweise waren nicht mehr viele Runden zu spielen, so dass ich mit ein paar zügigen Bewegungen noch vor Ultimo das Spiel gewinnen konnte. Phu..., auch wenn wir nie rigoros abbrechen, sondern nur die jeweilige Partei zur Eile anraten (und manchmal schikanieren Augenzwinkern ).

Ich gewährte zu Beginn den Alliierten großzügige Raumgewinne, und minimierte damit den eigenen Kartenverschleiß. Außerdem konnte ich dadurch etwas länger warten, bis ich meine Abwehrstrategie gegen Russland und Frankreich festlegen musste (in welchen Sektoren ich mich verteidige). Durch diese Rückzugsstrategie waren nur noch wenige Karten zum Nachziehen vorhanden. Wie gesagt, dies lag nicht an den Alliierten, denen ich kaum Gelegenheit gab, mich anzugreifen.

Lehwaldt zog sich in Ostpreußen in den Piksektor zurück und wich den russischen Generälen aus. Alex zog etwa in Runde drei zwei Generäle nach Kammin ab. Tottleben und Apraxin eroberten alle ostpreußischen Städte, da ich Lehwaldt weiter im äußersten Nordosten beließ. Lehwaldt war nun nur noch dazu da, Apraxin möglichst weit im Osten zu halten, so dass ein russischer Tross weiter östlich als sonst blieb, und die russischen Armeen im Westen durch nur einen Tross vielleicht nicht so viel Bewegungsfreiheit haben.
Früh kam es zu einem Kreuzkampf in Kammin in dem Dohna sich genau in dem Moment zurückzog, als Russland kein Kreuz mehr hatte! Ich wollte ihn aber zurückziehen, damit Russland in Kreuz bleibt und ich in der nächsten Runde mit Ferdinand russisches Kreuz ziehen könnte. Ferdinand war in dieser Partie gegen Schweden ausgerückt und hatte die nach einigen Kämpfen in Kreuz bei Malchin schnell im Griff. Gegen Russland kam er aber nie zum Einsatz da diese nach besagtem Kampf den Kreuzsektor mieden. So stand Preußen von nun an sehr sicher in Kreuz gegen Russland, was Alex natürlich frustrierte. Die russischen Truppen wichen nun nach Süden aus und eroberten schnell Küstrin.

Schwerin und Keith überließen nach und nach ganz Schlesien den Österreichern, und drohten danach nur noch mit Rückeroberungen. Dabei musste sich Keith weit nach Polen zurückziehen um nicht attackiert zu werden. Nach etlichen Runden stand Österreich nun in Sachsen und brauchte nur noch Radeberg und Kamenz zum Gewinn. Ich fühlte mich aber den Österreichern in Karo gewachsen und hatte auch viele Armeen in Sachsen stationiert.
Die Reichsarmee konnte nur wenig Raumgewinn verbuchen, da sie zu Beginn von Seydlitz bedroht wurde und später von Friedrich und Winterfeldt in Schach gehalten wurde.

Frankreich hatte mit Cumberland relativ leichtes Spiel, da dessen Kumpel Ferdinand ja gegen die grünen ausgerückt war. Die Franzosen hatten etwa in Runde vier Cumberland weiträumig im Piksektor eingekreist. Um nicht gegen eine zu große Armeenübermacht zu kämpfen, griff ich mit Cumberland auf Pik an, spielte all mein Pik und ging dann vom Brett. Im Nachhinein war dies wohl nicht der beste Zug.
Seydlitz spielte mit Richelieu ein Katz-und-Maus-Spiel and der Pik-Herz-Sektorengrenze bei Halberstadt und Oschersleben. Ich hatte mich eigentlich schon entschieden die preußischen Städte von Pik aus zu verteidigen, wollte aber mit eigenem Herz dem Franzosen noch ein paar Pik aus der Hand ziehen. Ich hätte mich aber auch auf genau das Umgekehrte eingelassen - mit Pik französisches Herz ziehen, um danach auf Herz zu verteidigen. Dann wäre zwar der Pikkampf Hannovers umsonst gewesen, das Herz hätte aber trotzdem gereicht. Meine große Befürchtung war, dass falls ich solch einen Sektorenkampf durchgeführt hätte, ich vielleicht danach nicht in den Sektor gekommen wäre, in dem ich mich danach hätte verteidigen wollen. Diese Überlegungen führten zu einigen Runden des Abtastens, was mir natürlich etwas Zeit einbrachte. In Runde 7 kam dann auch gleich "Indien". Letztlich griff ich selbst aus Herz Richelieu in Pik an, bis sich dieser recht früh zurückzog. Danach konnte ich unbehelligt nach Wernigerode und stand dort bis zum Fall Frankreichs sehr sicher.
Frankreich konnte zwar Halberstadt und Magdeburg nicht erobern, hatte aber sonst alle Zielstädte erobert. Cumberland band nur noch Chevert im Raum um Diepholz.

Nun folgte die entscheidende Phase! Frankreich hatte kaum Pik gegen mich und Russland hatte kaum Kreuz gegen mich. Sie versuchten auch nicht großartig mit ihrer Armeenübermacht die Situation wett zu machen. Nein, sie begannen davon zu reden, dass sie Österreich helfen würden! Soubise und Richelieu standen kurz vor dem Piksektor Berlins wo sich auch Ferdinand mit seinem Tross befand, während Tottleben auch schon fast in Sachsen war! Ehrensvärd kam von Norden und trachtete nach dem hannoverschen Tross. Auch Hildi war auf dem Weg um Friedrich und Winterfeldt von Berlin abzuschneiden und gleichzeitig meinen einen sächsischen Tross zu jagen. Auf ein Mal wurde ich jäh sehr traurig. Das ist so krass noch nie passiert. Es war ein Gefühl großer Melancholie, wie als wenn ich gerade ohne eigne Fehler verloren hätte. Aber das Spiel war noch nicht verloren! Vielleicht kam es daher, dass ich das Gefühl hatte, dass alle sich gegen mich verschworen hatten, keiner wollte mit mir befreundet sein, alle waren gegen mich... unglücklich
Frankreich und Russland waren einfach desillusioniert. Österreich hatte auch so sehr gute Siegchancen, aber das kümmerte die Alliierten irgendwie nicht. Sie wollten einfach nicht untätig sein.
Hinzu kam auch noch die erste Subsidienkürzungen in Runde 12.

Gleich darauf konnte ich aber Österreichs Hauptstreitmacht in Karo umzingeln, nachdem ich diese günstig zurückziehen konnte. Schon zuvor hätte die Senftenbergfalle zuschnappen können, aber dies hatte ich dem österreichischen Feldherren angekündigt, worauf dieser sich schnellstmöglich zurückzog. Ich hatte nicht die passenden Karokarten. Somit schien sich die Situation in Sachsen zu entspannen. Jedoch war mein Tross auf Dahme von Hildi und Tottleben umzingelt und konnte so nicht versorgen. Hildi konnte ich von Pik aus weit weg jagen, während Tottleben dann den Tross verspeiste.
Glücklicherweise schied Frankreich dann in Runde 13 aus. Wer weiß, was die französischen Truppen sonst noch veranstaltet hätten. Die Reichsarmee ging an Frankreich.

Nun konnte ich zwar wieder die Generäle in Sachsen versorgen, konnte aber mit ihnen keine großen Sprünge machen. Tottleben bedrohte nun Ferdinand und dessen Tross. Ich benutzte nun all mein Pik um die Russen zu stoppen, was auch nach einer epischen Schlacht gelang. Ein wenig konnte ich nun Tottleben aufhalten, ich gedrohte auch dessen Versorgung mit Schwerin. Ferdinand konnte aber letztlich nach Sachsen vorstoßen.

Österreich baute nun seine Truppen wieder auf, beließ aber nur einen General in Schlesien mit dessen Verteidigung. Nun machte ich durch Schwerin Druck auf Liegnitz und gleichzeitig mit Keith auf Cosel, da diese beiden Städte nicht durch einen General gedeckt werden können. Österreich entschied sich Liegnitz zu halten, aus meiner Sicht erstaunlich, vielleicht ein Fehler. Keith konnte nun Cosel zurückerobern und so eine Sicherheit weit im Osten aufbauen.

Schweden schied nun in Runde 15 aus, als Ehrensvärd gerade auf dem Weg nach Berlin war. Tottleben machte sich wieder auf nach Sachsen, wo Friedrich und Winterfeldt nun eine erneute Verteidigung gegen Österreich aufbauten. Ferdinand unterstützte sie und hielt dem ersten Angriff der Weißen stand. Tottleben hätte aber über kurz oder lang eingegriffen. Dann hätte ich Friedrich und Winterfeldt zurückgezogen. Der Tross war sicher in Westsachsen. Keith' Armeen stockte ich auf, so dass dieser von Karo aus Cosel halten konnte. Ich hätte nun also auch noch weitere Runden durchgehalten. In Runde 17 starb aber die Zarin und das Spiel war um 2 Uhr morgens beendet. 11 Uhr sollten wieder drei von uns am gleichen Ort auf der Matte stehen smile.

Insgesamt ein Sieg der nur durch das Zusammenarbeiten der Alliierten gefährdet war. Das war die Krux der Strategie, bei der ich mich zu Beginn weit zurückzog. Die Alliierten stießen schnell auf ihre Schwächen, und besannen sich auf Alternativen. Tja, ob ich das noch mal genauso spielen werde... Ab Runde 11 war mir ganz schön bange, und ich fühlte mich fast schon wie ein Verlierer. Grässliches Gefühl. Aber schön - zwei Spiele an einem Abend ausgetragen, zwei gewonnen.

Ergänzungen, Korrekturen, Kommentare, Fragen sind immer willkommen.

Statistisches:
Dauer: 17 Runden, ca. 5,5 Stunden brutto
Preußen: 12 Punkte
Russland: 7 Zielstädte = 7 Punkte
Schweden: 2 von 10 Zielstädten = 2 Punkte
Österreich: 10 von 12 Zielstädten = 8,333 Punkte
Hildi: 2 von 5 Zielstädten = 4 Punkte (geführt von Pompadour)
Frankreich: 8 Zielstädte = 8 Punkte
Preußen hatte 5 Minuten überzogen, die Alliierten hatten noch 50 Minuten übrig (Anfangszeit = 150 Minuten).

Noch 4,5 Monate bis zur 2. WM! cool

Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von -toni- am 13.04.2007 17:59.

12.04.2007 20:54 -toni- ist offline Email an -toni- senden Beiträge von -toni- suchen Nehmen Sie -toni- in Ihre Freundesliste auf
rsivel
Administrator




Beiträge: 501

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geiler spielbericht! Erstaunliches spiel! Und erinnert das ganze nicht an Moltkes klagen und die darauf folgenden diskussionen? -- Die psychologische wirkung einer strategie gehört eben auch mit zu ihr.

13.04.2007 01:06 rsivel ist offline Email an rsivel senden Beiträge von rsivel suchen Nehmen Sie rsivel in Ihre Freundesliste auf
-toni-
Ein Großer Friedrich




Beiträge: 470

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Ja, da konnte ich Motke nachfühlen. So muss es für ihn am letzten Spieleabend bei Nettelbeck gewesen sein. Die psychologische Wirkung kann sicherlich auch die weitere Spielweise beeinflussen. Vielleicht macht man dann als Preuße den einen oder anderen unüberlegten Zug, wenn sich alles gegen einen verschworen hat... Da muss man bei der WM stabil sein smile. Wir hatten in diesem Spiel nach Schwedens Ausscheiden zuerst vergessen einen preußischen General zu entfernen. Später in der 16. Runde nahm ich dann Schwerin im Piksektor um Berlin vom Brett, hätte aber viel eher den untätigen und recht unnützen Lehwaldt in Ostpreußen in Rente schicken sollen! Da spielte natürlich auch der Zeitdruck eine Rolle...

13.04.2007 11:59 -toni- ist offline Email an -toni- senden Beiträge von -toni- suchen Nehmen Sie -toni- in Ihre Freundesliste auf
Gneisenau (Alex)
Eroberer


Beiträge: 88

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Kleine Korrektur: Russland hatte in der entscheidenden Phase nicht "kaum Kreuz" sondern KEIN KREUZ. Ich habe in 17 Runden mit Russland exakt 10 Kreuzkarten bekommen...von denen ich die meisten gleich am Anfang bei dem versuch den Kamminer Kreuzsektor zu entern verbraucht habe... Glücklicherweise hat P genau da die Schlacht abgebrochen, als die letzte Kreuzkarte gespielt war... das Mirakel des Hauses Romanow ;-) Dafür hatte ich Herz und Karo... ich schwamm in Karo... ich hätte mir Königreiche in Karo kaufen können...
Ich hätte Friedrich in Karo nach dieser Kesselschlacht angreifen sollen statt den Troß zu fressen... aber so sehr wollte ich Österreich dann auch nicht unterstützen... aber das nächstemal in so einer Situation werde ich bedingungslos auf den Sieg eines anderen Alliierten spielen... P wird sich dann schon was einfallen lassen... und noch trauriger werden... :-)

__________________
Wer überall stark sein will ist nirgends stark!

15.04.2007 20:12 Gneisenau (Alex) ist offline Email an Gneisenau (Alex) senden Beiträge von Gneisenau (Alex) suchen Nehmen Sie Gneisenau (Alex) in Ihre Freundesliste auf
 
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