-toni-
Ein Großer Friedrich
 
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| Preußen nutzt die frühen Kolonialkriege |
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Eine weitere interessante Partie bei mir in Lichtenberg.
Die Rollenverteilung:
Friedrich: Yorck von Staaken
Elisabeth: -toni-
Maria Theresia: Gneisenau (Alex)
Pompadour: Langer81
Es begann so gut für die Alliierten: Mitte der sechsten Runde hatte Russland Ostpreußen in seiner Hand und marschierte in Richtung Kammin und Neumark. Österreich nannte fast ganz Sachsen und Schlesien sein eigen. Und auch Frankreich war auf einem zügigen Vormarsch. Doch dann brachten die ersten beiden Schicksalskarten Indien und Amerika. Wow, was für ein Schlag. Steffen (Langer81) war verständlicherweise betrübt, übernahm aber motiviert Hildburghausen. Nun standen Preußen und Hannover mit 9 Generälen und 8 TKs pro Runde den übrig gebliebenen Nationen mit 11 Generälen und 10 TKs pro Runde gegenüber. Hm, sicherlich keine besonders aussichtsreiche Situation für die Alliierten - da werdet ihr mir doch zustimmen, oder? Das drückte sich dann auch im Spielverlauf aus. Preußen verteidigte gekonnt die noch nicht eingenommenen Zielstädte. Wir Alliierten fanden fast keine Mittel um der Verteidigung bei zu kommen. "Lord Bute" brachte Ende der Runde 13 etwas Hoffnung. Österreich schaffte es mit einem General in die Neumark vorzudringen und dort Russland zu helfen. Russland konnte Preußen auch ein paar TKs von den Farben ziehen, die gegen Österreich wichtig waren. Dann lief aber die Zeit davon. Die Runden 21 bis 23 brachten die Karten "Gedichte", "Schweden" und "Elisabeth" und somit den Sieg Preußens. Preußen hatte zwar nur noch 15 Karten auf der Hand, davon waren aber fünf Reserven. Es war also nicht wirklich knapp.
Es war ein langes Spiel, welches bis weit nach Mitternacht ging. Wir haben sehr lange gegrübelt .
Und hier ein Abriss der Geschehnisse (grob nach Schauplätzen geordnet):
Norden und Osten:
Russland schickte drei Generäle gegen Lehwaldt und einen in Richtung Neumark. Lehwaldt wurde in Runde zwei in Riesenburg von Deutsch Eylau aus angegriffen und zog sich zurück. In der darauf folgenden Runde machte Preußen den Fehler ihn auf Nowe zu positionieren. Dadurch konnte Russland seine Rückkehr nach Ostpreußen durch eine Blockade in Riesenburg verhindern. Yorck von Staaken hatte bei seinem Zug damit gerechnet, dass Lehwaldt es bis nach Kammin schafft, aber dieses war vier Felder entfernt. Zum Leidwesen von Preußen gibt es dort nicht nur Hauptstraßen . Ostpreußen fiel also recht früh in russische Hände.
In dieser Zeit eroberte Saltikov Küstrin. Schweden schaffte es Heinrich über einen längeren Zeitraum zu binden. Hier gab es ein "Hin- und Herziehen". Letztlich kam es zu einem Kampf auf Karo, den Ehrensvärd gewann. In Pik wurde dann der Schwede vom Brett gefegt, konnte aber einige preußische TKs ziehen. Dohna und Heinrich verschanzten sich auf Pik (Rummelsburg im Nordosten und Königsberg bei Küstrin). Leider war das die Farbe von der ich wenig hatte. Auch meine Armeenübermacht konnte da nicht viel helfen. Die Russen versuchten es immer wieder mit ihrem wenigen Pik, wurden aber immer wieder geschlagen. Auch kann Rummelsburg nur von zwei Städten angegriffen werden die an der Grenze zu Kreuz liegen. Dohna zog sich ein paar Mal mit -1 zurück um im nächsten Zug mit Kreuz Russlands Pik zu ziehen.
Zwischendurch ging Preußen auch immer wieder auf Trossjagd, aber selbst ein doppeltes Trossangebot schlug es aus - es hätte auch den Sieg für Russland bedeutet . Russland verlor ein Mal Küstrin aus seiner Deckung, so dass Preußen es zurückerobern konnte. Russland bekam aber im Gegenzug Pyritz. Dann kam auf einmal Ferdinand aus dem fernen Westen. Er machte Schweden schwer zu schaffen und schickte ihn vom Brett. Russland konnte ihn nach langem Karokampf mit -5 besiegen und in Greifswald platzieren. Gleich darauf kam Ehrensvärd in Stralsund neu ins Spiel und schickte gleich Ferdinand zurück nach Stade. Das war wohl der einzige große Sieg der Grünen. Apraxin und Tottleben versuchten es mit einem Angriff im Piksektor um Berlin, weil Heinrich weniger Armeen hatte als Dohna. Das war aber keine besonders gute Idee, da die beiden Generäle mit -10 nach Magdeburg geschickt wurden. Die Rückzugswege von Neu Stettin aus waren doch günstiger... Aber ich konnte beide Generäle wieder zurückholen und versorgen. Dann kam mir auch noch der weiße Ritter Lacy zur Hilfe. Gemeinsam schickten wir Winterfeldt südlich von Frankfurt vom Brett. Wichtiger war jedoch, dass Lacy den Blauen viel Pik aus der Hand zog. Da keimte wieder ein wenig Hoffnung auf. In der nächsten Runde wäre Lacy in Neu Stettin gewesen, aber es war zu spät - die letzte Schicksalskarte ward gezogen.
Die Grünen konnten Preußen auch nur einiges weniges Karo und Kreuz ziehen, und somit Österreich nur begrenzt unterstützen. Letztlich fehlten Russland noch die Städte Colberg, Neu Stettin und Küstrin.
Süden:
Preußen räumte sehr früh Sachsen und zog mit Friedrich und Winterfeldt nach Nordschlesien. Während dessen versuchten Keith und Schwerin Südschlesien zu halten. Nach zwei erstaunlichen Unentschieden im Kampf um Lublinitz (Österreich hatte kein Karo und Preußen kein Kreuz) konnte Österreich die beiden preußischen Generäle nach Polen vertreiben. Diese konnten nur noch Lublinitz decken. Zu seinem Glück hatte Preußen einen Tross in Polen postiert. So konnte Lublinitz von Polen aus Sektoren jenseits von Kreuz gedeckt werden. Nach dem Frankreich ausschied konnte Österreich bald alle Zielstädte erster Ordnung sein eigen nennen. Alle? Nein - nur Lublinitz fehlte noch. Dies erinnerte Alex an andere verlorene Österreichpartien, in denen ihm auch nur noch Lublinitz fehlte. Er hatte wohl schon eine Vorahnung.
Preußen erholte sich aber von den Rückschlägen und übte nun mit vier Generälen Druck in Schlesien aus. Außerdem waren Seydlitz in Ostsachsen und Lehwaldt im Raum um Leipzig. Eine schwere Zeit für Österreich: einerseits alle schon eroberten Zielstädte decken und andererseits die Preußen bestmöglich angreifen. Keith und Schwerin kehrten nach Südschlesien zurück und lieferten sich mit Preußen etliche verzwickte Kämpfe in Kreuz und Karo an der Sektorengrenze. Dabei konnte Preußen sogar Cosel zurückerobern. Preußen verschob seine Generäle geschickt zwischen Karo und Kreuz, je nach dem was ihm gerade geeignet erschien. Letztlich gesellte sich auch noch Friedrich zu Keith und Schwerin - die drei bezogen bei Neisse Stellung. Die schien recht sicher, jedoch konnte Österreich mit Armeenübermacht die Blauen von dort vertreiben und in den Kreuzsektor verjagen. Dort positionierten sich die Preußen clever an der Sektorengrenze, so dass nur ein Angriff aus Karo möglich war, welches Österreich nur recht spärlich besaß.
Damit endete auch der Kampf in Schlesien. In Sachsen hatte Österreich ein einfaches Spiel. Schnell waren die Zielstädte erobert und wurden von Pik im Süden aus gedeckt. Auch Hildi konnte in den ersten Runden ungestört die südlichen Zielstädte erobern. Dann schied Frankreich aus, und Seydlitz und Lehwaldt machten der Reichsarmee zu schaffen. Zwischenzeitlich fehlte Hildi nur noch Leipzig. Er griff an, und musste zurück nach Hause. Lehwaldt ging später nach Norden und Hildi griff beherzt Seydlitz an, konnte diesen auch besiegen, aber nicht verdrängen. Bei Halle kam es zu einem entscheidenden Kampf, in dem beide Seiten all ihr Herz auf den Tisch legten. Da Preußen aber sehr viel mehr Reserven auf der Hand hatte, verlor Hildi diesen Kampf und musste im nächsten vom Brett.
Preußen/Hannover vs. Frankreich:
Die Franzosen marschierten schnell nach Norden. Cumberland konnte sich aber im Süden halten, wenn auch Kassel und Göttingen an Frankreich fielen. In Runde 7 eroberten die Roten auch Diepholz. Es fehlten noch Wittingen, Halberstadt und Magdeburg. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit den Froschessern - sie schieden früh aus.
Fazit:
Sicherlich favorisierte der Schicksalskartenstapel Friedrich, aber Yorck von Staaken hat auch ab Runde 7 sehr gut gespielt. Davor war der Verlust Lehwaldt ein grober Fehler. Auch hätte ich weite Teile Schlesiens und Sachsens nicht so leicht hergegeben. Aber danach hatten wir Alliierten kaum eine Chance. Nur wenn das Spiel noch einige Runden länger gedauert hätte, wäre noch etwas aus einem Sieg Russlands oder Österreichs geworden. Ein verdienter Sieg Preußens.
Ich habe zum ersten Mal gemerkt, wie schwer doch ein frühes Ausscheiden Frankreichs wiegt. Diese vielen blauen Generäle die auf ein Mal alle im Osten ihren Wirkungskreis hatten waren schon sehr nervig. Auch die TKs Hannovers waren nicht zu unterschätzen.
Wir müssen nächstes Mal ein wenig schneller spielen - wir haben die Uhr überzogen. Während der Kämpfe wurde auch sehr viel nachgedacht - dadurch die hohe Bruttozeit. In der Endphase hätte ich wohl auch ein wenig besser spielen können, aber die Zeit drängte. Es war mal wieder eine gute Erfahrung unter Zeitdruck zu stehen.
Ergänzungen, Korrekturen, Kommentare, Fragen sind sehr willkommen.
Statistisches:
Dauer: 23 Runden, ca. 7 Stunden brutto
Preußen: 12 Punkte (Sieg)
Russland: 7 Zielstädte = 7 Punkte
Schweden: 2 von 10 Zielstädten = 2 Punkte
Österreich: 10 von 12 Zielstädten = 8,33 Punkte
Hildi (geführt von Pompadour): 3 von 5 Zielstädten = 6 Punkte
Frankreich: 7 Zielstädte = 7 Punkte
Preußen überzog mit 3 Minuten, die Alliierten überzogen mit 18 Minuten (Anfangszeit = 150 Minuten).
Noch 8 Monate bis zur nächsten WM? 
Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von -toni- am 28.11.2006 17:44.
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21.11.2006 03:40 |
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| Lublinitz war sein Schicksal |
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Ein sehr guter bericht von toni - ich frage mich jedesmal wie er sich das alles merkt, er schreibt ja nicht mit.
Fazit des Spiels: Man sollte das Fell des Bären nicht verteilen bevor er erlegt ist. In Runde 5 gab es schon die ersten Bemerkungen ala DIESMAL MACHEN WIR PREUSSEN FERTIG! IN RUNDE 10 IST ALLES VORBEI... Weil da sah es nicht gut aus für Preussen. Hätte auch nie gedacht wieviel das Ausscheiden Frankreichs ausmacht. Unglaublich. Es sind nicht nur die zusätzlichen Generäle (Seydlitz und Ferdinand), die Preussen auf einmal zur Verfügung stehen, der Wegfall einer kompletten Front, sondern auch die Subsidienkürzungen für Österreich, die sich schmerzhaft auswirken... In der Mittelphase des Spiels, so Runde 8/9 bis 17/ 18 tummelten sich bis zu 6 Preussen im österreichischen Angriffssektor. Da ging gar nichts und über 10 Runden zog sich das Spiel zäh und freudlos wie Gummi dahin...
Auf jedenFall ist eine wertvolle Erkenntnis für die Alliierten, das es absolut Sinn macht bei einem frühen Ausscheiden von R oder F mit Ö einen General zu tauschen. Habe mit Lacy (oder wars Laudon?) den Marsch nach Norden eindeutig 3/4 Runden zu spät angetreten. Das Ergebnis dieses kleinen Ausflugs war auf jeden Fall phänomenal - die dichtgedrängten Pik und Herzsektoren rund um Küstrin und Berlin waren auf einmal von Preussen wie leergefegt - ich glaub Toni und ich haben im Verein innerhalb einer RUnde 2 preussen vom brett gefegt - und wäre die Aktion einfach eher passiert, dann hätte ich für Toni ohne Zweifel seine Zielstädte in Kammin Preussenfrei gemacht... leider ringt man sich zu solch uneigennütziger Handlungsweise immer erst dann durch wenn man denkt das eh alles verloren ist... Aber ich bin jetzt der Meinung, das bei einer frühzeitigen Kooperation der Alliierten selbst bei AUsfall eines der Hauptakteure immer noch eine gute Chence besteht P zu besiegen - allerdings muß da einer der Aliierten auf seine Chancen verzichten und freiwillig den anderen unterstützen...
Es ist jetzt das dritte Spiel mit Österreich hintereinander, in dem mir am Ende von allen Zielstädten (und ich hatte bis ende runde 6 sogar die Zielstädte zweiter ordung erobert) nur noch Lublinitz bzw. Cosel gefehlt hat - dieser Kreuzsektor im hintersten Schlesien bringt mich echt zur Verzweiflung... gibts da nicht ein Mittel...??? Mein größter Traum - einmal mit Österreich gewinnen... :-)))
__________________ Wer überall stark sein will ist nirgends stark!
Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Gneisenau (Alex) am 21.11.2006 12:52.
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21.11.2006 12:43 |
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Bernd_P
Ein Großer Friedrich
 
Beiträge: 375
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| Zitat: |
| Dohna verschanzte sich auf Pik (Rummelsburg) ... Dohna zog sich ein paar Mal mit -1 zurück um im nächsten Zug mit Kreuz Russlands Pik zu ziehen. |
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Hochinteressant, so habe ich diese Stellung noch nie betrachtet! Russland kann in der Tat machen, was es will, es kann bei einem preußischen -1-Rückzug immer über Kreuz angegriffen werden! Das macht eine Pik-Verteidigung gegen Russland noch interessanter. Allerdings - man verwendet zwei wertvolle Farben gegen diesen einen Gegner :-(
| Zitat: |
| Mein größter Traum - einmal mit Österreich gewinnen... |
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Erstaunlich - bei uns in Erlangen gewinnt Österreich häufig, oft sogar geführt von Anfängern. Schuld ist meistens die Tatsache, dass sich Preußen zu sehr auf die anderen, besseren Spieler konzentriert. Dadurch werden deren Chancen minimiert, und Österreich steht auf einmal überraschend vor dem Sieg.
Bei Euch muss es wohl anders sein, Ihr konzentriert Euch vermutlich stärker auf Österreich. Zum Beispiel die Sache mit dem Tross in Polen (ohne den, wenn ich die Schilderungs richtig interpretiert habe, Österreich locker gewonnen hätte) oder die Tatsache, dass sechs Preußen um fünf Österreicher herumwuseln. So etwas findet bei uns selten statt.
__________________ Man soll nie zu früh verzweifeln. (Friedrich II. von Preußen)
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24.11.2006 12:07 |
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Nach Tonis wie immer beeindruckenden Spielbericht nur noch einige Anmerkungen aus dem Schlossgarten Sanssouci.
Es war schon erstaunlich, dass Dohna als bald einzig verbliebener Verteidiger gegen den russischen Bären den Kreuz-Sektor mied wie der Teufel das Weihwasser. Das lag vor allem daran, dass die ersten beiden Runden praktisch keinerlei Kreuz auf Preußens Hand brachten, und letztlich auch zu dem katastrophalen Fehler von Lehwaldt mit Ausscheiden durch Verhungern führte. So waren alle Grundplanungen für die Verteidigungsstrategie über den Haufen geworfen, was sich aber als Glücksfall entpuppte, da ich nun an allen Fronten nur noch auf die jeweilige Situation flexibel reagierte und mich stark auf das Farbenspiel konzentrierte mit weidlicher Ausnutzung der Sektorengrenzen. Da dies zudem eigentlich die Premiere als preußischer König war (die erste Partie ist wegen Regelunkunde nicht zu werten), war ich auch österreichische Türme nicht gewohnt, so dass ich Maria Theresia kampflos viele Gebiete überließ, um nur keinen General zu verlieren. Pik gegen Russland hieß auch, ich konnte gegen Österreich im späteren Spiel eine kombinierte Kreuz-Karo-Verteidigung aufbauen, ohne die Lublinitz gegen den Dauerdruck von Österreich nicht zu halten gewesen wäre. So zeigte sich dann in einem sehr auf- und abwogenden Spiel, das es halt doch reichen kann, gegen jeden Alliierten eine oder zwei Städte mit allen Mitteln zu decken, auch wenn es über 23 Runden geht. Als grundsätzliche Strategie zwar nicht zu empfehlen, als Hoffnungsschimmer für bereits verloren geglaubte Spiele jedoch sehr hilfreich!
Zu den Höhepunkten dieses enorm langen Spiels:
Zum einen sicher das Zurücktreiben eines russischen Zweierturms bis an die hannoverschen Grenzen und der anschließende Kampf um die Versorgungslinien. Toni platzierte mit viel bis-3 bzw. 6-Zählen seinen Tross dann genau so, dass die Generale im nächsten Zug versorgt wären und ich den Tross selber nicht schlagen konnte. Also versuchte ich, mit zwei Generalen die Versorgungslinien zu blockieren, womit die Russen wiederum nicht gerechnet hatten. Letztlich fanden sie doch noch eine Versorgung über Nordostsachsen, aber es war eine knappe Angelegenheit (da rächte sich leider, dass ich keinen General in Sachsen stehen hatte!). Ein paar Runden später konnte Toni dann schon wieder seine beiden Trosse als schöne Opfer auf dem Teller darbieten; ein gutes Beispiel für die Facetten von „Friedrich“.
Außerdem war da noch die kuriose zweifache Doppelschlacht in Schlesien, wo zwei Generale von Preußen und Österreich nach- und gegeneinander gegen je zwei Gegner zu kämpfen hatten. Da aber wie beschrieben Österreich auf Karo und Preußen auf Kreuz blank war, passierte nichts großartig außer zwei kleinen –1 Rückzügen. Die Entscheidungsschlacht verpuffte einfach. Sogar als sich herausstellte, dass wir den Effekt einer Schicksalskarte vergessen hatten (der beteiligte Friedrich musste sich einmal ins Plus spielen), und wir alle Kämpfe wiederholen mussten - nachdem wir die bereits einsortierten TK wieder gemeinsam heraussucht hatten – passierte etwas noch Erstaunlicheres. Obwohl wir nun die Kartenstärke bzw. eher –schwäche des Anderen kannten, blieben die Ergebnisse der Kämpfe gleich, und Alex brachte dieser Stellungskrieg (zu Recht) zur Verzweiflung. Wir haben jedoch auch etwas gelernt: Bei einer Schicksalskarte auf alle Fälle einen Marker auf den betroffenen General setzen, man vergisst schneller als man denkt. Und so was treibt die Bruttospielzeit auch nach oben!
Das dritte Spiel in dieser Runde war wieder komplett anders, nur Langer81 erlitt ein bekanntes Schicksal: Unverschuldetes Ausscheiden zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Damit ist für ihn die Rolle Maria Theresia oder Friedrich für die kommenden Spiele wohl schon vorgemerkt. Die merkwürdige Verteilung der Schicksalskarten prägte das Spiel auch. Wobei der Vorteil für Preußen mit dem Ausfall der Westfront natürlich ein Glücksfall war, danach aber lange nichts passierte und 23 Runden zu überstehen waren. Es entstand so ein ganz neues Spielgefüge, da Ferdinand auf einmal als Verteidiger gegen Russland und Schweden auftauchte (eine mögliche Rückeroberung Sachsens durch Ferdinand war auch angedacht).
Und das Schöne ist, dass man sich nach einem Friedrich-Sieg (hinterher fragt keiner mehr, wie er zustande gekommen ist ) schon darauf freut, beim nächsten Mal als Alliierter den brandenburgischen Emporkömmling in seine Schranken zu weisen...
Yorck von Staaken
Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Yorck von Staaken am 24.11.2006 19:02.
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24.11.2006 19:02 |
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| Zitat: |
| Hochinteressant, so habe ich diese Stellung noch nie betrachtet! Russland kann in der Tat machen, was es will, es kann bei einem preußischen -1-Rückzug immer über Kreuz angegriffen werden! Das macht eine Pik-Verteidigung gegen Russland noch interessanter. Allerdings - man verwendet zwei wertvolle Farben gegen diesen einen Gegner :-( |
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Ich habe Kreuz nicht generell gegen Russland benutzt, sondern gegen Russland und Österreich jeweils als Zweitfarbe. Und das immer genau dann, wenn vorher ein Kampf in der Hauptfarbe (Russland: Pik, Österreich: Karo) stattgefunden hatte - meist glücklicherweise von seiten der Allierten - oder ein solcher von mir schon eingeplant war. So konnte ich die Armeenunterlegenheit ausgleichen, da die Alliierten immer mit einer zweiten Schlacht auf gleicher Farbe rechnen mussten, die mich aber immer nur Kreuz kostete, und das dann meist in Maßen. Dafür ist Rummelsburg wirklich bestens geeignet. Allerdings hat mir dabei auch immer Sorgen gemacht, dass Dohna bei einem Ausweichen oder nach einer verlorenen Schlacht sehr schnell ins polnische Abseits kommen kann und das Schicksal Lehwaldts einem panisch vor Augen trat...
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24.11.2006 19:13 |
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