| Frühe Schicksalsschläge II |
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Die Rollenverteilung:
Friedrich: -toni- (ich)
Elisabeth: Yorck von Staaken
Maria Theresia: Alex (Gneisenau)
Pompadour: Langer81
Vor einer Woche kamen wir zur 21. MAAS-Partie zusammen. Wow - 21 Partien mit den selben drei Mitspielern . Bald ist die 24 voll, womit wir alle möglichen Konstellationen durchgespielt hätten. Seid gespannt auf die Veröffentlichung der Statistiken...
Ich hatte mir für diese Partie vorgenommen mit Preußen andere Strategien zu verfolgen. Ich gab Lehwaldt 3 (!) Armeen - das habe ich schon jahrelang nicht mehr gemacht. Außerdem zog ich eine Sachsenverteidigung gegen Österreich auf - auch das habe ich schon Ewigkeiten nicht mehr gespielt. Und ich wollte eine Pikverteidigung gegen Frankreich spielen, was ich aber letztlich verwarf - dazu aber mehr später.
Ein Auf und Ab gegen Russland
Preußens erste Hand enthält drei Kreuz-TK - genau nach Plan . Lehwaldt bezog in Soldau Stellung und verteidigte bis zum Schluss Riesenburg und Ortelsburg. Apraxin griff ihn ein Mal an, jedoch hatte Yorck nicht damit gerechnet, dass Lehwaldt mehr als eine Armee hat. So zog sich Apraxin wieder zurück.
Leider brachte die zweite Runde keine Kreuz-TK in Preußens Hand. So verlief es auch im Rest des Spiels. Mal bekam ich viel Kreuz, mal gar keins. Dadurch wackelte meine Strategie der Kammin-Verteidigung bedenklich. Russland griff wiederholt mit 13 oder 14 Armeen gegen Dohna (6 Armeen) an. Ich musste viel bluten. Auch Schweden schaltete sich ein, wurde vernichtend besiegt.
Schon in Runde 8 starb Elisabeth. Preußen hatte zu dem Zeitpunkt nur 15 Punkte in Kreuz auf der Hand. Ich hätte aber in der nächsten Runde von Neu Stettin aus mit Pik russisches Kreuz gezogen, hätte also noch einige Runden Kammin verteidigt.
Schweden versuchte die fünf Zielstädte erster Ordnung zu erobern. Ich ließ ihnen aber weder Cammin noch Malchin. Nach ihrem verlorenen Kampf um Cammin, konnten die Schweden nicht mehr viel tun bevor sie früh in Runde 10 Frieden schlossen.
Hätte ich doch mal lieber in Schlesien verteidigt...
Ich bekam in den ersten Runden einiges mehr an Pik als an Karo. Aber ich hatte mich für eine Karoverteidigung in Sachsen entschieden, und blieb dabei. Ich bot die Senftenbergfalle an, Alex zog sich letztlich mit einer als 1 gespielten Reserve aus der Affäre (danach zog er sich mit -3 zurück). Aha - bei Österreich war Karo also auch nicht die stärkste Farbe. Na gut, dann wird die Sachsenverteidigung wohl gut stehen. Im Gegenzug griff ich noch einen einzelnen Lacy in Dresden an - er musste sich unter großen Verlusten zurückziehen. Da hatte Alex aus meiner Sicht zwei Fehler gemacht: zum einen ihn dahin zu stellen, und dann eine Reserve für den Rückzug zu spielen. Lacy hatte danach nur eine Armee. Ich hätte die Reserve gespart und Lacy neu eingesetzt. Preußen hatte nach diesen Kämpfen vielleicht 30 Karopunkte und keine Reserve. Preußen bekam seine erste Reserve in Runde 8! Die zwei Österreichischen Reserven hätten also die Differenz auf 10 gedrückt - knapp. Aber auch hier kam mir meine veränderte Strategie zugute: Alex erwartete nicht, dass der preußische Turm aus drei Generälen 19 Armeen enthielt. Daher auch der Fehler mit Lacy.
In der Zeit nach diesem verlustreichen Kampf konzentrierte sich Österreich darauf Schlesien in Gänze zu erobern. Keith und Schwerin taten ihr Bestes um die Österreicher aufzuhalten. Keith flog schließlich vom Brett. Alex rüstete Daun und Laudon stark auf, so dass letztlich die Anfangsdifferenz bei -12 für Schwerin war. Ui, bitter. Jedoch versprach die Schlachtkonstallation einen möglichen Ausgang, der mir helfen könnte. Die Situation war die folgende: Schwerin steht auf Neisse, und wird von Daun und Laudon von Grottkau aus angegriffen, die über Brieg gekommen sind. Ein Rückzug von Schwerin um 1 geht nur auf Patschkau oder Ziegenhals. Von Ziegenhals deckt Preußen aber noch Brieg. Diesen Umstand mache ich mir zunutze, und spiele auf -1. Ich baue darauf, dass Alex Brieg jetzt haben will, und mich nach Patschkau zurückzieht. Gleichzeitig äußere ich mündlich noch ein paar Gedanken dazu, dass ich ja Brieg halten könnte, und bestärke so die Österreicher, mich nach Patschkau zurückzuziehen. Selbst Yorck denkt, dass ich das übersehen hatte. Zack schnappte die Falle zu: Nun konnte ich endlich mein mächtiges Pik einsetzen (ich hielt zu dem Zeitpunkt die Hälfte aller vorhandenen Pikkarten auf der Hand). Von Strehlen aus griff ich Daun und Laudon an, und zog ihnen sämliches Karo. Dadurch war meine Stellung in Sachsen gefestigt. Aber auch ich begang einen großen Fehler: Ich hätte Schwerin wieder mit Truppen verstärken sollen. So hatte er danach nur noch eine Armee und ging beim Rückkampf in Pik gleich vom Brett. Ich hätte mit ihm noch in Schlesien die Österreicher einige Zeit aufhalten können.
Innerhalb des Schlesienspiels ergaben sich auch zwei interessante taktische Spielereien, die so vorher noch nie ausgeführt habe. Ich wollte den Polentross nach Sachsen schicken. Österreich wollte ihn aber nicht fressen. Was tun? Ich stellte ihn auf Breslau. So konnte er zum einen Keith, der dahinter stand, vor Angriffen bewahren, und zum anderen Österreich mächtig nerven. Schließlich nahm Österreich ihn vom Brett. Eine Win-Win-Situation für mich.
Kurze Zeit später befand sich Keith in Kreuz auf Priebus bei Muskau. Noch so eine nervige Angelegenheit für Österreich. Er musste sich darum kümmern, da ich sonst seine Versorgung bedroht hätte. Ich hatte damit Österreich Zeit abgekauft und konnte Keith in Berlin einsetzen, wo ich mehr Optionen für ihn hatte.
Stressiges Sachsen
Während dessen versuchten die Weißen zusammen mit Hildi in Sachsen meine Trosse zu jagen. Das war ganz schön nervig. Lacy kam mit einem Tross über Zwickau und Leipzig. Dann wechselte die Reichsarmee zu Yorck. Einige Runden gab es nur Grenzgeplenkel. Österreich hatte den Raum um Berlin besetzt. Preußen hatte aber beide Trosse in Sachsen. Hildi wurde mehrfach vom Brett geschickt.
Letztlich war Schlesien befriedet und Österreich schleppte seine hochgezüchteten Generäle nach Sachsen. (Noch so ein Vorteil von Schwerins Arbeit: die österreichischen Truppen waren Schlesien gebunden.) Es kam zur finalen Schlacht um Radeberg: Preußen gewann den Kampf deutlich und hätte den österreichischen Turm in der Runde darauf umzingelt und vom Brett gefegt.
Doch lieber Herz gegen Frankreich
Von den ersten 6 hannoverischen TKs waren 5 Herz, und dazu auch noch recht hohe! Also doch keine Pikverteidiung? Aber Preußen bekam die ersten drei Runden gar keine Herz! Ich entschloss mich zunächst für Herz, plante aber jederzeit mit Preußen auch nach Pik zu gehen (ich hatte ja massig davon). Immer wieder bewegte sich Seydlitz nach Pik hinein und wieder zurück. Das war für Frankreich schwer zu spielen.
Ferdinand hielt erfolgreich mehrere Runden Richelieu und Chevert auf. Cumberland schaffte den Durchbruch nach Südhannover. Dort holte er mehrfach einen französischen Tross vom Brett, musste dann aber selber runter. Dadurch kam es, dass Frankreich schließlich mit zwei Generälen bei Halberstadt stand. Bisher hatte ich keine Probleme in Herz, aber der letzte Kampf blutete mich deutlich aus. Ich hatte noch ca. 40 Herz-TK-Punkte und zwei Reserven auf der Hand. Frankreich hatte noch vier Reserven auf der Hand. Angesichts dieser präkeren finanziellen Lage, schloss Frankreich Frieden und Preußen siegte .
Fazit/Analyse/Manöverkritik:
Wie schon in einer MAAS-Partie vor zweieinhalb Jahren (Frühe Schicksalsschläge), war auch diese Partie durch gravierende geschichtliche Ereignisse in der Anfangsphase geprägt. Gleich die erste Karte war ein harter Schlag gegen Frankreich und Österreich. Gleich zwei Runden später erging es Elisabeth schlecht. Aber auch Preußen wurde durch zwei frühe Subsidienkürzungen arg gebeutelt. Dazwischen schloss auch Schweden Frieden. Von den ersten 6 Schicksalskarten waren 5 gravierende!
Die Lehwaldtstrategie war gut - sie überraschte Yorck. Zudem hatte ich in Ostpreußen immer eine Versicherung, wenn Kammin gefallen wäre. Ich hätte auch auf Zeit spielen können: Einfach vor den Russen immer weiter nach Westen zurückziehen, und nur Malchin gegen Schweden halten. Russland kann dann entweder alles in Kernpreußen erobern und dann nach Ostpreußen zurückmarschieren, oder auf einen Fünf-Zielstädte-Schwedensieg gehen. Letzteres braucht viel Zeit und ist riskant, da Schweden ja vor Russland ausscheiden kann. Vielleicht könnte mann als Elisabeth auch auf einen 10-Zielstädte-Schweden-Sieg gehen, wenn Lehwaldt schwer zu knacken ist. Aber da ist es ähnlich wie mit Österreich und Hildi...
Auch die Sachsenverteidigung kam für Alex unerwartet. Allerdings habe ich ihre Nachteile (siehe Strategieforum) deutlich gespürt. Die Trosse wurden ständig bedroht - und die braucht man ja in Sachsen. Zudem ist man auf Karo angewiesen - ein Ausweichen nach Pik im Süden ist selten möglich, da Österreich aus der Richtung kommt, und man da nicht lange sicher ist. Zudem deckt man zum Schluss nur noch eine Zielstadt (Radeberg). Aber ich werde diese Strategie ab und zu mal anwenden, damit ich nicht zu ausrechenbar werde. Vielleicht versuche ich mich mal auch einer Kreuzverteidung in Westschlesien.
Mit Hannover hätte ich besser spielen können. Ich habe mich in den späteren Runden mit Cumberland dazu verleiten lassen, Freinkreich sein Herz zu ziehen. Dadurch ging er vom Brett, und es wäre nach Runde 18 um Magdeburg brenzlig geworden.
Ergänzungen, Korrekturen, Kommentare, Fragen sind immer willkommen.
Statistisches:
Schicksalskarten (Runde:Ereignis): 6:Indien 8:Elisabeth 9:Gedichte 10:Schweden 11:Lord Bute 18:Amerika (ENDE)
Dauer: 18 Runden, ca. 5 Stunden brutto
Preußen: 12 Punkte
Russland: 4 von 10 Zielstädte = 4 Punkte
Schweden: 3 von 5 Zielstädten = 6 Punkte
Österreich: 11 von 12 Zielstädten = 8,75 Punkte
Hildi (geführt von Elisabeth): 2 von 5 Zielstädten = 4 Punkte
Frankreich: 8 Zielstädte = 8 Punkte
Preußen hatte noch 18 Minuten, die Alliierten hatten noch 34 Minuten übrig (Anfangszeit = 140 Minuten).
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